Der neue Halo Pro 2 und das neue Roamer 2 bringen einige spannende Veränderungen in COREs Wingfoil-Lineup.
Halo Pro 2: Der erste 3-Strut-Wing in allen Größen
Für diesen Test habe ich mir den Halo Pro 2 und den Roamer 2 genauer angeschaut und beide gemeinsam mit meinem Lieblings-Foil-Setup für euch auf Herz und Nieren getestet.
Erster Eindruck
Bei meinem ersten Test des neuen Roamer 2 und Halo Pro 2 wollte ich vor allem herausfinden, was sich im Vergleich zu meinem bisherigen Setup verändert hat.
Für meine erste Session habe ich den 4 m² Halo Pro 2 mit dem neuen 70-Liter-Roamer 2 kombiniert. Das Foil kannte ich bereits sehr gut, wodurch ich mich voll und ganz auf die Veränderungen bei Board und Wing konzentrieren konnte.
Und obwohl mir das neue Roamer 2 auf Anhieb sehr gut gefallen hat, war es vor allem der Halo Pro 2, der mich überrascht hat.
Mein Setup
Für meine erste Session bin ich mit folgendem Setup aufs Wasser gegangen:
CORE Halo Pro 2 – 4 m²
CORE Roamer 2 – 70 Liter
74 cm CFS Carbon Mast
850 cm² Vert Frontwing
190 cm² Vert Stabilizer
Der 4 m² Halo Pro ist für mich schon seit einiger Zeit eine meiner bevorzugten Größen. Deshalb hatte ich mit meinem bisherigen Halo Pro 1 auch einen sehr guten Vergleich zum neuen Modell.
Das neue Design des Halo Pro 2
Eine der interessantesten Neuerungen ist für mich das separate Aufpumpen von Fronttube und Centerstrut.
Zwischen den beiden Teilen gibt es beim Halo Pro 2 keine klassische One-Pump-Verbindung mehr. Dadurch lässt sich der Druck in der Centerstrut unabhängig vom Druck in der Fronttube einstellen.
Ein weiterer Vorteil ist meiner Meinung nach, dass dadurch während der Fahrt kein Luftaustausch zwischen den beiden Teilen stattfindet.
Gerade beim Pumpen, Springen oder bei starken Belastungen sollte das dabei helfen, die einzelnen Bereiche des Wings stabiler und steifer zu halten.
Zusätzliche Struts bei allen Größen
Noch interessanter finde ich allerdings die zusätzlichen Struts.
CORE setzt diese beim Halo Pro 2 über die gesamte Range hinweg ein – also nicht nur bei den großen Winggrößen.
Eine solche Konstruktion kannte ich bisher vor allem von größeren Wings anderer Hersteller. Bei einem kleinen 4-m²-Wing war das für mich neu.
Und ich glaube, genau diese Konstruktion spielt eine große Rolle für das Fahrgefühl des Halo Pro 2.
Durch die zusätzlichen Struts lässt sich die Form der Trailing Edge des Wings viel präziser kontrollieren.
Die Trailing Edge bleibt dadurch extrem gespannt und sauber geformt. Besonders auffällig ist, wie sie zunächst relativ flach verläuft und sich dann in Richtung Centerstrut verändert.
Das klingt vielleicht nach einem kleinen technischen Detail, macht meiner Meinung nach aber einen großen Unterschied auf dem Wasser.
Aluula und XLT Ultra-Rich Laminate
Auch bei den verwendeten Materialien hat sich einiges verändert.
Die Fronttube besteht im vorderen Bereich aus Aluula und geht weiter außen in COREs XLT Ultra-Rich Laminate über. Auch die Centerstrut besteht aus Aluula.
Die zusätzlichen Struts werden wiederum aus dem altbewährten EXO-Tech-Material gefertigt.
Schon beim ersten Anfassen fällt auf, wie steif die gesamte Konstruktion ist.
Vor allem die Kombination aus der sehr steifen Fronttube und der extrem straffen Trailing Edge ist meiner Meinung nach entscheidend für das Fahrgefühl.
Das neue Roamer 2
Auch das Roamer 2 hat mich beim ersten Kontakt direkt neugierig gemacht.
Als ich das 70-Liter-Board zum ersten Mal getragen habe, hatte ich sofort das Gefühl, dass es deutlich leichter ist. Ob es tatsächlich leichter ist oder ob sich das nur so angefühlt hat, kann ich zum jetzigen Zeitpunkt allerdings noch nicht genau sagen.
Was mir aber definitiv aufgefallen ist, ist die Form.
Das Board wirkt etwas dünner und insgesamt sehr clean und streamlined. Die Outline und die gesamte Form sehen für mich sehr modern und fast schon etwas aerodynamisch aus.
Auf dem Wasser bestätigt sich dieser erste Eindruck.
Das Roamer 2 fühlt sich sehr loose an und löst sich extrem leicht vom Wasser.
Gerade beim Beschleunigen und bei Manövern hatte ich nie das Gefühl, dass mich das Board ausbremst oder unnötig am Wasser klebt.
Für mich war das Roamer 2 deshalb bereits beim ersten Test ein sehr gelungenes Board.
Der erste Ride mit dem Halo Pro 2
Sobald ich den Seegrasbereich in Ufernähe hinter mir gelassen hatte und endlich aufs Foil konnte, fiel mir sofort auf, wie präzise sich der Wing anfühlt.
Ich konnte ihn problemlos mit einer Hand fahren und hatte trotzdem jederzeit ein sehr klares Gefühl dafür, wo sich der Druckpunkt des Wings befindet.
Und dann kam der nächste Punkt, der mich wirklich überrascht hat:
Der Wing ist unglaublich steif.
Für einen 4-m²-Wing fühlt sich der Halo Pro 2 extrem kraftvoll und direkt an.
Es gibt kaum unnötige Bewegungen in der Konstruktion. Dadurch entsteht eine sehr direkte Verbindung zwischen meinen Bewegungen und der Reaktion des Wings.
Zwischen meinem Input und der Reaktion des Wings gibt es praktisch keine Verzögerung.
Kaum Widerstand beim Downwind-Fahren
Eine Sache hat mich besonders überrascht.
Wenn ich den Wing beim Downwind-Fahren, beim Surfen einer Welle oder während eines Manövers mit einer Hand halte, fühlt es sich fast so an, als hätte ich kaum etwas in der Hand.
Der Wing erzeugt erstaunlich wenig Widerstand.
Und genau das finde ich so spannend:
Auf der einen Seite fühlt sich der Halo Pro 2 extrem steif und kraftvoll an, sobald ich Leistung vom Wing brauche. Auf der anderen Seite fühlt er sich beim neutralen Fahren unglaublich leicht und frei an.
Extrem schnelle Reaktion
Wie direkt der Wing tatsächlich reagiert, habe ich bei meinem ersten Frontside 360 gemerkt.
Ich habe komplett überrotiert.
Das lag allerdings nicht daran, dass der Wing schwierig zu kontrollieren war – ganz im Gegenteil.
Er hat einfach so direkt auf meinen Input reagiert, dass ich mich erst einmal an diese Geschwindigkeit gewöhnen musste.
Gerade bei schnellen Manövern, beim Pumpen und bei Richtungswechseln fühlt sich der Halo Pro 2 dadurch extrem präzise an.
Halo Pro 2 vs. Halo Pro 1
Da der 4 m² Halo Pro 1 bisher meine bevorzugte Größe war, war der Vergleich mit dem neuen Halo Pro 2 in derselben Größe für mich besonders interessant.
Schon nach dieser ersten Session fühlt sich der neue Halo Pro 2 für mich so an, als würde ich ihn bereits seit Jahren fahren.
Die Reaktion auf meine Steuerbewegungen ist schneller und die Hinterkante bleibt wesentlich kontrollierter. Trotzdem fühlt sich der Wing weder schwer noch träge an.
Normalerweise könnte man erwarten, dass eine deutlich steifere Konstruktion den Wing weniger leicht und spielerisch macht.
Beim Halo Pro 2 hatte ich allerdings genau das Gegenteil als Eindruck.
Der neue Halo Pro 2 fühlt sich für mich wie ein großer Schritt in Richtung Zukunft an: mehr Präzision, weniger Drag und eine deutlich direktere Reaktion.