BEN BEHOLZ

The Cheat Code for Freestyle

Air Pro: Zieht kräftig, fühlt sich aber klein an.

Der Geheimtipp für Unhooked-Freestyle

Für mich hat dieser Kite komplett verändert, wie ich bei weniger Wind Freestyle. Er kombiniert die konstante Power eines großen Kites mit der Reaktionsfreudigkeit und Positionierung eines deutlich kleineren Kites.

Wenn du als Freestyler das Beste aus dem Windbereich von 12–20 Knoten herausholen möchtest, ist dieser Kite definitiv einen genaueren Blick wert.

Was macht den Air Pro 15 m so besonders?

Der größte Unterschied, den ich im Vergleich zu einem herkömmlichen großen Kite bemerke, ist, wie sich der Air Pro im Windfenster verhält.

Normalerweise fühlt sich ein 15m Kite auch wie ein 15m Kite an. Du bekommst viel Power und einen sehr konstanten Zug, spürst aber gleichzeitig die Größe des Kites.

Der Air Pro ist anders.

Er liefert immer noch den kraftvollen und konstanten Zug, den man von einem großen Kite erwartet, bewegt sich aber deutlich weiter zum Rand des Windfensters. Dadurch fühlt er sich wesentlich kleiner und reaktionsfreudiger an, als seine tatsächliche Größe vermuten lässt.

Für mich ist genau diese Kombination einer der größten Vorteile des Air Pro 15 m.

Extrem konstanter Zug

Eine der Eigenschaften, die ich beim Freestyle an diesem Kite am meisten liebe, ist der konstante Zug.

Wenn du Unhooked-Tricks machst, musst du genau vorhersagen können, was der Kite machen wird. Der Air Pro liefert während des gesamten Tricks einen sehr gleichmäßigen und vorhersehbaren Zug.

Das bedeutet aber nicht, dass der Kite keinen Slack gibt.

Das Besondere ist, dass du sehr genau kontrollieren kannst, wann er in den Slack geht.

Bei einem Back Mob möchte ich zum Beispiel, dass der Kite sehr früh den Zug verliert. Bei einem Heart Attack oder KGB möchte ich, dass der Slack etwas später kommt, weil ich den Zug des Kites noch brauche, um meine Rotation zu beenden oder zu korrigieren.

Der Air Pro gibt mir die Möglichkeit, dieses Timing zu kontrollieren und gleichzeitig bleibt das Verhalten des Kites sehr vorhersehbar.

Und genau das ist extrem wertvoll, wenn du deine Freestyle Tricks weiterentwickeln möchtest.

Ein großer Kite, der sich nicht groß anfühlt

Große Kites eignen sich generell gut für Unhooked-Freestyle, weil sie konstanter Power liefern und sich nicht so aggressiv durch das Windfenster bewegen wie kleinere Kites.

Aber der Air Pro geht noch einen Schritt weiter.

Er bewegt sich sehr weit zum Rand des Windfensters, wodurch er sich deutlich kleiner anfühlt, als er tatsächlich ist.

Das erste Mal ist mir das bei meinen Transition-Jumps aufgefallen.

Ich habe gemerkt, dass ich langsamer werden, in den Wind fahren und die Transition starten konnte – und anstatt einfach nur nach oben zu springen, begann ich tatsächlich rückwärts zu fliegen.

Das hat mich ein bisschen an Snowkiten erinnert.

Ich glaube, das liegt zum Teil an der sehr dünnen Leading Edge. Der Durchmesser des Fronttubes beim Air Pro 15 m ist ungefähr mit dem Fronttube meines 12 m Nexus 4 vergleichbar.

Dadurch hat der Kite über das gesamte Windfenster einen sehr großen Einsatzbereich.

Du bekommst also den konstanten Zug eines 15m Kites, aber der Kite fühlt sich nicht unbedingt wie ein 15m Kite an.

Du kannst ihn loopen, schnell bewegen und für Freestyle nutzen, ohne ständig das Gefühl zu haben, einen riesigen Kite zu fliegen.

Die Bedeutung der Aluula-Konstruktion

Ein weiterer großer Unterschied ist die Konstruktion.

Der Air Pro verwendet Aluula, wodurch er deutlich teurer ist als die ExoTex-Version. Das Material ist außerdem empfindlicher, weshalb du entsprechend vorsichtig mit dem Kite umgehen solltest.

Für mich liegt der größte Vorteil aber nicht einfach darin, dass der Kite leichter oder leistungsstärker ist.

Es geht vielmehr darum, wie die Konstruktion das Verhalten des Kites bei Böen verändert.

Die Leading Edge bleibt extrem steif. Dadurch kann der Kite Veränderungen im Wind viel direkter umsetzen.

Das macht sich besonders bei leichterem und böigerem Wind bemerkbar.

Böen sofort auffangen

Das ist wahrscheinlich die Eigenschaft, die mein Fahren am meisten verändert hat.

Als ich einen 15 m Nexus 4 gefahren bin, mochte ich bereits den konstanten Zug des Kites. Trotzdem fühlte er sich noch wie ein großer Kite an.

Bei einer herkömmlichen Konstruktion kannst du eine Böe über das Wasser kommen sehen. Die Böe erreicht den Kite, du spürst sie, der Kite beginnt zu beschleunigen und dann bekommst du die Power.

Das Problem ist, dass die Böe zu dem Zeitpunkt, an dem der Kite sie in Geschwindigkeit und Power umgesetzt hat, bereits wieder nachlassen kann.

Der Air Pro verhält sich anders.

Wenn die Böe den Kite trifft, fängt er sie sofort auf und setzt sie direkt in Geschwindigkeit und Power um.

Du spürst es unmittelbar an der Bar.

Das hat komplett verändert, wie ich Tricks bei leichterem Wind angehe.

Anstatt darauf zu warten, dass die Böe bei mir ankommt, kann ich sehen, wie sie über das Wasser kommt, und mich bereits auf meinen Trick vorbereiten.

In dem Moment, in dem ich spüre, dass die Power im Kite ankommt, kann ich abspringen.

Diese direkte Verbindung zwischen dem, was ich auf dem Wasser sehe, und dem, was ich über die Bar spüre, finde ich am Air Pro einzigartig.

Der 12–20-Knoten-Freestyle-Bereich

Und genau hier wird der Air Pro für Freestyler besonders interessant.

Je nach Körpergewicht kann der Bereich von 12–20 Knoten einer der wichtigsten Windbereiche sein, wenn es um Freestyle-Progression geht.

Oft ist der Wind noch nicht stark genug für deine kleineren Kites, aber gleichzeitig stark genug, um mit dem richtigen Setup ordentliche Unhooked-Tricks zu machen.

Für mich hat der Air Pro diesen Windbereich deutlich verändert.

Er bietet einen sehr großen nutzbaren Windbereich und bleibt dabei vorhersehbar und reaktionsfreudig.

Der Kite kommt extrem gut mit Böen zurecht, bleibt auch in Windlöchern stabil und liefert weiterhin den konstanten Zug, den du für Freestyle brauchst.

Das bedeutet, dass du mehr Zeit auf dem Wasser verbringen und an deinen Tricks arbeiten kannst, anstatt auf stärkeren Wind zu warten.

Mein Bar-Setup

Für mein Setup kombiniere ich momentan verschiedene Sensor-Komponenten.

Ich verwende die Bar vom Sensor 3 Wake Bar zusammen mit den Sensor 4 Pro Leinen.

Im Grunde habe ich die Bar und den Chicken Loop der Wake Bar auf das Sensor-4-Pro-Setup übertragen.

Dadurch bekomme ich das Safety- und Auslösesystem der Sensor 4 und kann gleichzeitig die kürzere Bar fahren, die ich beim Freestyle bevorzuge.

Wenn du eine kleinere Bar suchst, gibt es auch andere Möglichkeiten.

Du kannst die Standard-Bar verwenden, die Floater entfernen und anschließend um 180 Grad drehen.

Außerdem gibt es die Compact Bar, die ebenfalls ein sehr schönes und kompaktes Setup für Freestyle bietet.

Für mich fühlt sich der Air Pro mit einer kürzeren Bar beim Unhooked Fahren noch präziser und „crispier“ an.

Mein Board-Setup

Aktuell fahre ich ein 142 cm Board.

Ich fahre dieses Board immer noch, weil es praktisch unzerstörbar ist.

Beim Filmen fahre ich über Steine, Straßen und eigentlich über alles, was mir so unterkommt. Deshalb ist Haltbarkeit für mich sehr wichtig.

Die Grind Base auf der Unterseite ist für diese Art des Fahrens ein riesiger Vorteil.

Das neue Choice gibt es ebenfalls in 142 cm. Nachdem ich die Rocker-Linie und das gesamte Setup verglichen habe, finde ich es eine sehr interessante Option, wenn du ein größeres Freestyle-Board mit Boots fahren möchtest.

Mit meinen etwa 83 kg funktioniert das 142cm Board für mich sehr gut.

Die ideale Boardgröße hängt natürlich von deinem Gewicht, deinem Fahrstil und davon ab, ob du Boots oder Straps fährst.

Für wen ist der Air Pro 15 m geeignet?

Meiner Meinung nach ist der Air Pro nicht nur für Freestyle Rider interessant.

Die Kombination aus einem großen Windbereich, hervorragendem Böenhandling, schnellen Reaktionen und konstantem Zug kann auch für viele andere Disziplinen interessant sein.

Beim Freestyle kommen seine Eigenschaften meiner Meinung nach aber besonders gut zur Geltung.

Auf den ersten Blick würde man wahrscheinlich nicht erwarten, dass ein Kite mit dieser Größe und Form so gut für Freestyle geeignet ist.

Genau das hat mich überrascht.

Er gibt dir die Power und Stabilität eines großen Kites und ermöglicht es dir gleichzeitig, ihn präzise zu positionieren und während deiner Tricks schnell zu reagieren.

Mein Fazit

Der Air Pro 15 m ist deutlich teurer als die Standardversion, hauptsächlich aufgrund der Aluula-Konstruktion. Das Material benötigt außerdem etwas mehr Pflege und Vorsicht im Umgang.

Für mich sind die Vorteile das aber wert.

Der Kite hat einen extrem konstanten und vorhersehbaren Zug, kommt außergewöhnlich gut mit Böen zurecht und bleibt auch bei Windlöchern stabil. Gleichzeitig bewegt er sich sehr weit zum Rand des Windfensters und fühlt sich deutlich reaktionsfreudiger an, als man es von einem 15m Kite erwarten würde.

Noch wichtiger ist aber, dass er meine Art zu fahren bei weniger Wind verändert hat.

Für einen Freestyler kann der Bereich von 12–20 Knoten entscheidend für die Weiterentwicklung sein, und der Air Pro macht diesen Windbereich deutlich besser nutzbar.

Wenn du die Möglichkeit hast, den Air Pro 15 m zu testen würde ich ihn definitiv ausprobieren.