BEN BEHOLZ

Testing Core's NXS

Der Core NXS wurde entwickelt, um drei beliebte Modelle aus der Core-Produktpalette zu ersetzen: den Nexus, den X-Lite und den Section. Als langjährige Nexus-Fahrer wollte ich herausfinden, ob dieses neue Allround-Konzept auch beim Freestyle überzeugen kann.

Testbericht: Der Core NXS im Freestyle-Test

Der Core NXS ist wahrscheinlich das Kite-Modell, das in diesem Jahr bei Allround-Ridern für die meiste Neugier gesorgt hat. Als Nachfolger von Nexus, X-Lite und Section soll er Freestyle, Wave Riding und Foilen in einem einzigen Kite vereinen.

Als langjährige Nexus-Fahrer hat mich vor allem eine Frage interessiert: Kann der NXS beim Freestyle wirklich überzeugen?

Erste Eindrücke

Wenn du zum ersten Mal einen komplett neuen Kite fährst, brauchst du normalerweise eine gewisse Eingewöhnungszeit.

Man muss ein paar Sessions fahren, um herauszufinden, wie viel Kantendruck der Kite mag, wie aggressiv man Tricks anfahren kann und wie er sich in der Luft verhält. Das ist völlig normal.

Was mich beim NXS am meisten überrascht hat, war, wie intuitiv er sich bereits beim ersten Run angefühlt hat.

Noch bevor ich überhaupt Tricks versucht hatte, hatte ich bereits ein gutes Gefühl dafür, wie viel Leinenspannung und Unterstützung ich während der Bewegung haben würde. Diese Art von Vorhersehbarkeit erlebe ich bei einem komplett neuen Kite nur selten.

Als jemand, der den Nexus jahrelang gefahren ist, fühlte sich der Umstieg erstaunlich natürlich an.

Mein Setup

Für diese ersten Freestyle-Sessions habe ich folgendes Setup verwendet:

  • Core NXS 13,5 m

  • Sensor 4 Pro Bar

  • Low-V-Setup

  • Anknüpfpunkte an den Tips auf maximalen Bardruck eingestellt

Dieses Setup sorgt für ein deutlich direkteres Lenkgefühl und stärkeres Feedback an der Bar.

Gerade beim Freestyle und insbesondere beim Lernen neuer Tricks ist ein klares Feedback vom Kite etwas, das ich persönlich sehr schätze.

Bardruck und Lenkverhalten

Im Vergleich zum Nexus fühlt sich die Bar beim NXS etwas weicher an.

Allerdings ist mir eine Eigenschaft sofort aufgefallen.

Beim Lenken verdrehen sich die beiden Tips des Kites sichtbar gegeneinander. Auch wenn das zunächst wie ein kleines Detail wirkt, ist es beim Freestyle tatsächlich sehr wertvoll, weil der Kite dadurch während Turns und Loops dynamischer reagiert.

Das Ergebnis ist ein Kite, der sehr direkt reagiert, ohne nervös zu wirken.

Der geringere Bardruck in Kombination mit diesem Verdrehen der Tips sorgt für eine sehr intuitive Verbindung zwischen Rider und Kite.

Lift, Hangtime und Slack

Der größte Unterschied, den ich zwischen dem NXS und dem Nexus festgestellt habe, zeigt sich direkt nach dem Absprung.

Der NXS erzeugt spürbar mehr Lift und Hangtime.

Beim Hooked-in-Fahren merkt man das sofort. Sprünge lassen sich leichter einleiten und der Kite bietet während des gesamten Fluges mehr Unterstützung.

Beim Unhooked-Fahren werden die Unterschiede noch interessanter.

Beim Nexus kam der Slack oft ziemlich plötzlich in einem einzigen Moment. Beim NXS wird die Spannung dagegen gleichmäßiger und kontinuierlicher abgebaut.

Dieser weichere Übergang macht bestimmte Freestyle-Tricks vorhersehbarer und kontrollierter.

Besonders bei Unhooked-Grabs fand ich das sehr hilfreich, da ein gleichmäßiges Gefühl während des gesamten Tricks einen großen Unterschied machen kann.

Freestyle-Performance

Leider herrschten bei der ersten Session relativ leichte Windbedingungen.

Es reichte zwar für einen guten ersten Eindruck vom Kite, war aber nicht ideal, um größere und stark gepowerte Tricks zu fahren.

Ein paar Tage später konnte ich am Abend noch eine weitere Session bei stärkerem Wind erwischen. Dadurch hatte ich deutlich bessere Möglichkeiten, den Kite richtig zu pushen.

Nach beiden Sessions blieb mein Eindruck derselbe:

Der NXS fühlt sich beim Freestyle extrem angenehm an.

Er bietet hervorragende Unterstützung beim Absprung, ein sehr vorhersehbares Handling während der Tricks und ausreichend Slack für Unhooked-Manöver, ohne dabei seinen besonders benutzerfreundlichen Charakter zu verlieren.

Ein kleines Detail, das Freestyle-Rider schätzen könnten

Dieses Detail hat absolut keinen Einfluss auf die Performance, ist aber trotzdem erwähnenswert.

Da beide Tips des Kites schwarz sind, erinnert der NXS aus der Perspektive des Riders optisch an einen C-Kite.

Natürlich ist der NXS hinsichtlich Konstruktion und Verhalten weit davon entfernt, ein echter C-Kite zu sein.

Wenn man während der Tricks nach oben schaut, entsteht trotzdem eine überraschend vertraute Freestyle-Optik.

NXS vs. Nexus

Als ich die Sessions eine Woche später beim Videoschnitt noch einmal angesehen habe, ist mir etwas Interessantes aufgefallen.

Mir fielen deutlich mehr Dinge ein, die ich am NXS besser fand, als Dinge, die ich am Nexus bevorzugte.

Damit hatte ich vor dem Test nicht gerechnet.

Der Nexus war schon immer einer meiner liebsten Freestyle-orientierten Allround-Kites. Ihn zu ersetzen, würde daher nicht einfach werden.

Nach diesen ersten Sessions scheint der NXS jedoch mehrere Bereiche zu verbessern, die mir persönlich wichtig sind – darunter Lift, Hangtime, Vorhersehbarkeit und die Art, wie der Slack entsteht.

Fazit

Nach meinen bisherigen Erfahrungen ist der NXS eine beeindruckende Weiterentwicklung des Nexus-Konzepts.

Er behält das intuitive Handling bei, das den Nexus so beliebt gemacht hat, und ergänzt es um mehr Lift, mehr Hangtime und ein geschmeidigeres Freestyle-Gefühl.

Zumindest in der Größe 13,5 m halte ich den NXS aktuell für den besseren Freestyle-Kite.

Allerdings habe ich bisher nur die größere Größe getestet.

Kleinere Kitegrößen können sich oft deutlich anders verhalten, insbesondere was die Freestyle-Performance betrifft. Es wird daher spannend zu sehen, wie sich die kleineren NXS-Modelle schlagen, sobald mehr Rider Zeit mit ihnen verbringen.

Für den Moment ist mein erster Eindruck jedoch eindeutig:

Der NXS ist nicht einfach nur ein Wave- und Foil-Kite, der auch Freestyle kann.

Er ist ein wirklich leistungsfähiger Freestyle-Kite, der gleichzeitig auch in mehreren anderen Disziplinen überzeugt.